Aus:Buersche
Ostermarsch mit 250 Teilnehmern

Auf "Entrüstung" im doppelten Sinn des Wortes setzten die Teilnehmer des diesjährigen Ostermarsches Rhein-Ruhr, der am Sonntag im Stadtgarten Station machte. Entrüsten wollten sich die Friedensaktivisten gegen Aufrüstung und eine drohende Militäreskalation im Iran.
- Von Christiane Schmidt -

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Gegen soziale Ausgrenzung und gegen Aufrüstung: Die Teilnehmer des Ostermarsches Rhein-Ruhr im Stadtgarten. Thomas Nowaczyk -

- Am Sonntagvormittag versammelten sich 100 Aktivisten am Pavillon im Stadtgarten. Vertreten war dabei neben dem Gelsenkirchener Friedensforum auch die Linkspartei. Organisator Leo Kowald vom Friedensforum hob die Wichtigkeit und Aktualität des Ostermarsches hervor: "Obwohl es ihn bereits seit über 40 Jahren gibt und es auch immer weniger Teilnehmer sind, ist er nicht weniger wichtig geworden."

Seit Beginn des Irak-Krieges im Jahr 2001 ist auch das Gelsenkirchener Friedensforum wieder deutlich aktiver. Leo Kowald: "Die Umstände zwingen uns dazu." Am Sonntag wartete man im Stadtgarten auf die Teilnehmer des Ostermarsches Rhein-Ruhr, die per Rad auf dem Weg von Essen nach Bochum in Gelsenkirchen Station machten.

Radfahrer machten am Pavillion Halt

Rund 150 waren es schließlich, die dem stetigen Nieselregen trotzten und im Stadtgarten mit Kaffee, Tee und Plätzchen empfangen wurden. Gemeinsam ging es dann zum antifaschistischen Mahnmal, an dem die Ostermärschler einen Kranz zur Erinnerung niederlegten. Vor gleicher Kulisse hatte auch Künstler Rolf Gildenast seinen Auftritt. Der Tänzer inszenierte zu Al Jarreaus Song "Lean on me" einen Tanz mit dem Bundesadler.

Und Gildenasts Windungen und Krümmungen verdeutlichten, wie sehr auch manche Friedensaktivisten an der heutigen Situation in Deutschland und der Weltverzweifeln.

"In Zukunft genauer hinsehen"

Dr. Rolf Heinrich, Pfarrer aus Hassel, hielt in diesem Jahr die Ansprache. "Entrüstung gegen soziale Ausgrenzung" hieß dabei sein Thema. "Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, und trotzdem soll es an Geld fehlen für Kindergartenplätze, für Gesundheit und Altersvorsorge. Wie kann das sein?", fragte Heinrich in seiner Rede. Aufrüstung und soziale Ungleichheit gehören für den Pfarrer zusammen - und so forderte er von den Besuchern, in Zukunft genauer hinzuschauen. "Es gibt ein wachsendes Interesse an alternativen Lebensformen, an Modellen gemeinsamen Wirtschaftens und Lebens. Die müssen wir in Zukunft in die Tat umsetzen", so Pfarrer Rolf Heinrich.

18. April 2006